1921

Wegen der schwierigen Verhältnisse im Park suchte die Stadt schon 1914 Kontakt zum führenden Unternehmer in der Schaustellerbranche: Hugo Haase. Mit Unterstützung des Schaustellerverbands brachte er den Luna Park als Austragungsort für den Hamburger Dom ins Gespräch. Im Dezember und Januar 1921/1922 öffnete der Luna Park mit dem Dom auf seinem Gelände wieder seine Tore.

Luftbild Luna Park 1921
Luftbild Luna Park Altona 1921, Foto: Staatsarchiv Hamburg

1914

Im Frühling 1914 begann der Luna Park seine zweite Saison, jedoch litt er unter finanziellen Schwierigkeiten und wachsender Konkurrenz. Die Eröffnung des Hugo Haase-Parks in Hamburg-Stellingen verschärfte die Situation. Einige der geplanten Attraktionen fehlten immer noch. Am 1. Juli 1914 schloss der Park und wurde danach nur noch sonntags geöffnet. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 wurde der Park bis 1919 zur Unterbringung von Truppen genutzt. Der Gastronom Anton Hubert Josef Partsch, Betreiber einiger Attraktionen im Park, übernahm die Geschäfte.

Mobilmachung 1914

1913

Eröffnung

Am 28. August 1913 um 16:00 Uhr wird der Luna Park Altona eröffnet. Zu der Eröffnungsfeier war alles aufs festlichste geschmückt. Als Vertreter der Stadt Altona war Senator Hampe erschienen, als Vertreter des Baupflegeamtes Stadtbauinspektor Jakstein, ferner zahlreiche Stadtverordnete, die Vertreter der Hamburg-Altonaer Presse und andere Ehrengäste.
Schon lange vor der festgesetzten Öffnungszeit für das Publikum drängte sich vor den Kassen die Menge. Die Pinneberger Chaussee hatte eine solche Völkerwanderung noch nie erlebt. Im Park selbst wurde hier und da letzte Hand an die Inneneinrichtung gelegt. Als sich um 16:00 Uhr nachmittags die Kassen und Gitter öffneten, strömten die Volksmassen herein und ergossen sich nach allen Richtungen in den Park.

Luna Park Eröffnung
Anzeige Genossenschaftsfest 14.9.1913

Genossenschaftliches Volksfest im September

Eine riesige Beteiligung hatte das am Sonntag veranstaltete genossenschaftliche Volksfest des Konsum-, Bau-und Sparvereins „Produktion“ aufzuweisen. Zu den  80.000 Mitgliedern der „Produktion“ und ihre Angehörigen kamen noch Tausende von Nichtmitgliedern, die sich dem Zuge angeschlossen hatten oder schon vor dessen Eintreffen auf dem Festplatz waren.

1912

Gayen und Schoeller planen einen Lunapark

Verhandlungen mit der Stadt

Die Lunapark GmbH wird gegründet

Baubeginn

Man hat dafür zunächst einen 56.000 m2 großen, von alten Bäumen umzäunten Platz, belegen Ecke Haferweg und Pinneberger Chaussee in Aussicht genommen. Da der Lunapark-Gesellschaft große Geldmittel zur Verfügung stehen, will man eine Sehenswürdigkeit schaffen, die sich ebenbürtig den bereits bestehenden Lunaparks in anderen Städten an die Seite stellt.

Die Stadt Altona vermietet dem Kaufmann Hugo Smidt das 87.750 m2 große Diebsteichgrundstück an der Pinneberger Chaussee und zusätzlich das nördlich davon an der Waidmannstraße und Pinneberger Chaussee gelegene frühere „Arnoldsche Grundstück“ ab dem 1. April 1913 für die Dauer von 15 Jahren.

Die Gründung mit einem Aktienkapital von 35.0000 Mark ist am 4. November erfolgt. Direktor der Gesellschaft ist Herr Hugo Smidt, Hamburg, Alsterdamm 10, Syndikus Rechtsanwalt Dr. Holste, Hamburg, Ernst-Merck-Straße 13/14. Die Pläne des Parks und der Bau einer Radrennbahn sind von der Baupolizei genehmigt worden.

Im Herbst 1912 beginnt der Bau des Luna Parks. Parallel dazu sucht die Betreiber-Gesellschaft per Anzeige Pächter für Lokale, Geschäfte, Buden, Serviceeinrichtungen und Werbeflächen. Geplanter Eröffnungstermin ist der 1. Mai 1913.

Anzeige Luna-Park-Gesellschaft

1926

Kartenausschnitt 1927

Im Februar 1926 übernahm die Stadt das Gelände des Luna Parks Altona und begann es zu überplanen. Ende der 1920er Jahre wurden dort ein neues Arbeitsamt und Wohnungsbauten errichtet.

Der von Gustav Oelsner geplante kubische Stahlbetonbau des neuen Arbeitsamts hat eine sichtbare Skelettfassade. Die Wandflächen sind mit Keramikplatten verkleidet.

1925

Ernüchterung

Auch die zweite Version des Lunaparks Altona steht unter keinem guten Stern. Die wirtschaftliche Lage nach Kriegsende ist katastrophal. In den Zeiten von Inflation und später Hyperinflation wird der Park unrentabel.

Konkurs

Am 4. August ist vom Amtsgericht über die Firma Hugo Haase, Ausstellungs- und Vergnügungspark GmbH das Konkursverfahren eröffnet worden.

Das Ende

Hugo Haase beschließt, den Luna Park Altona endgültig zu schließen, um nicht sein gesamtes Unternehmen zu gefährden. Er ließ den Park in Trümmer legen.

Kartenausschnitt 1924

1911

Altona-Nord, Diebsteich-Gelände

Der Diebsteich war aufgestaut und wurde von einer Wassermühle, Fischerei und einem Eiswerk genutzt. Westlich des Teiches fließt der Isebek in ein Rückhaltebecken, östlich verläuft er weiter bis zum Alsenplatz. Das umliegende Gelände war sumpfig, zum Bauen ungeeignet und daher unattraktiv und von geringem Wert. Ende des Jahrhunderts begann die Stadt, den Diebsteich trockenzulegen, da dort zusammen mit der Altona-Kaltenkirchener Eisenbahn ein neuer Bahnhof geplant war.

Kartenausschnitt 1913

Im November 1911 erhielt die Bauverwaltung Altona, unter der Leitung von Oberbaurat Werner Jakstein, einen Antrag von Hugo Smidt, ein Grundstück an der Langenfelderstraße für einen Vergnügungspark zur Verfügung gestellt zu bekommen. Hugo Smidt hatte bereits Erfahrung mit dem Luna Park in Köln und suchte einen neuen Standort. Er entschied sich für das Diebsteichgelände in Altona, an der Grenze zu Hamburg, um die Bevölkerung aus beiden Städten anzuziehen. Das Gebiet bot viel Platz und gute Entwicklungsmöglichkeiten.